Architektur

Bei einem Besuch der Hansestadt Havelberg fällt beim Erkunden der Altstadtinsel schon von Weitem ein großer, gestaltloser Baukörper auf der anderen Seite des Havelufers auf: das Haus der Flüsse − Natura 2000-Informationszentrum des Biosphärenreservates Mittelelbe. Der hochgedämmte Holzbau befindet sich auf einer ehemaligen Industriebrache und bildet den städtebaulichen Rücken für die neu errichtete Gesamtanlage. Beim genauen Betrachten des Hauses scheint sich die charakteristische Brettfassade vor allem im unteren Bereich aufzublättern bzw. abzuschälen. Die aufgespreizte Stülpschalung lässt in Kombination mit der Form des Hauses gedanklichen Spielraum zum Entdecken einer in der Natur vorkommenden Ähnlichkeit. Im Inneren des Gebäudes bieten eine Empore und großflächige Verglasungen dem Besucher überraschende Perspektiven und ermöglichen Ausblicke auf den wiederentstandenen Havelarm, in den Themenpark und zur Altstadtinsel sowie zum Havelberger Dom. Darüber hinaus ist der Holzbau mit einer selbstschützenden Lärchenholzverkleidung auch ein Beispiel für ressourcenschonende und möglichst naturverträgliche Bauweise: Dachbegrünung, Vogelschutzglas, Geothermie, Lüftung mit neunzigprozentiger Wärmerückgewinnung und der konsequente Einsatz von LED-Technik runden das Nachhaltigkeitskonzept ab.

Vor dem Haus der Flüsse, mit Blick auf die Havel, ist ein großer Themenpark entstanden: hier wird die Ausstellung vom Inneren des Infozentrums im Außenbereich weitergeführt. Die Besucher können hier unter freiem Himmel die Auenlandschaft direkt erleben. Spiel- und Lernstationen rund um das Thema „der Fluss und seine Aue“ sowie ein Wasserspielplatz laden zum Forschen und Experimentieren ein. Die Auenlandschaft mit ihrer Gliederung in verschiedene Zonen wird durch die Bepflanzung visualisiert. Im Mittelpunkt stehen die naturnahe Gestaltung und das Vorkommen der für die Auenlandschaft typischen Pflanzengesellschaften. So bestimmen Wildstauden und Gräser das Bild der Freiflächen und zeigen ihren wilden Charme. Das Außengelände bildet zusammen mit dem Gebäude durch Materialwahl und formale Details eine Einheit und fügt sich so optisch in das Stadtbild Havelbergs ein.

 

 

 

 

 

 
Signet UNESCO MaB